Hier möchte ich meinen hybriden Workflow kurz beschreiben. Ein hybrider Workflow bedeutet in meinem Fall, dass die Aufnahme auf Film erfolgt und die Weiterverarbeitung nicht im Labor, sondern mittels elektronischer Bildbearbeitung. Für diesen – nicht unbedingt geradlinigen Weg- habe ich mich entscheiden, da ich aus zahlreichen Gründen lieber mit analogen Kameras fotografiere. Den Zwischenschritt der Filmentwicklung führt für mich seit Jahren das Fachlabor Photostudio13 in Stuttgart aus, da mich dieser Teil des Prozesses noch nie interessiert hat, obwohl ich mir über die Qualitätssteigerungsmöglichkeiten durch Eigenentwicklung im Klaren bin. Eine Zeit lang hatte ich Gelegenheit meine Negative im Labor eines Freundes zu vergrößern. Nächtelang habe ich geübt, vergrößert und gelernt. Für ein eigenes Labor fehlte mir immer der Platz. Meinem Wesen entsprechend war immer klar, wenn Labor dann richtig und keine Behelfslösung mit zahlreichen Einschränkungen. Die Möglichkeit der Laborbenutzung entfiel dann irgendwann und  so sollte die Weiterverarbeitung meiner Aufnahmen fortan digital erfolgen. Der für mich richtige Weg war das abfotografieren meiner Negative mittels einer digitalen Spiegelreflexkamera, das stand von Anfang an fest. Es sollte ein offenes System sein, das stetig verbessert und gegebenenfalls an den technischen Fortschritt angepasst werden könnte. Bedeutsam war ebenso, dass die Technik für die zu digitalisierenden Formate von Kleinbild über gerahmte Dias bis hin zu sämtlichen Mittelformatgrößen geeignet sein musste. Die Lösung war schnell erdacht, aber weniger schnell gebaut. Mittlerweile -Stand Februar 2019- ist alles weitestgehend fertig und für meinen persönlichen Arbeitsablauf hin optimiert. Nachfolgend die detailierte Beschreibung von Technik und workflow.

Grundlage bildet ein altes Leica Reprostativ, welches auf einem stabilen Gestell steht und somit auf einer angenehmen Arbeitshöhe. In die Grundplatte habe ich ein Loch hinein geschnitten, damit das von unten kommende Licht das Negativ hinterleuchten kann. Darunter befindet sich eine dicke Glassplatte, die zum Einen dem Reproständer eine ausreichende Auflagefläche bietet und zum Anderen Platz für Tastatur und Maus zur Kamerabedienung bietet. Die Glasplatte weist ebenfalls ein Loch auf, damit das Licht ungehindert zum Negativ gelangen kann. Die Reprosäule wurde um Kabelführungen ergänzt. Die Lichtquelle die zu Beginn verwendet wurde war eine 24V / 300 Watt Glühbirne. Die Glühbirne befand sich gegeüber der Schaltereinheit an der Rückseite der nachfolgend zu sehenden Box. Das Licht wurde im Inneren über Spiegel umgelengt. Da die Wäreentwicklung beträchtlich war, verfügt die Box über elktrische Lüfter für Zu- und Abluft. Die nächste Lampe hatte nur noch 200 Watt bei 230 Volt, was Trafo überflüssig machte. Die nächste Ausbaustufe war der Ersatz der Glühbirne gegen eine LED Leutfläche, wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen ist. Das erspart die Lüfter und reduziert den Geräuschpegel ganz erheblich.

Derzeit ist eine Canon Eos 550d im Einsatz, welche über ein Netzteil mit Strom versorgt wird und mittels Canon Software direkt über den Rechner gesteuert werden kann.

Die Kamera überträgt das Sucherbild direkt auf den Monitor des Computers, was die Beurteilung, Einrichtung und Scharfstellung im Vergleich zum Kameradisplay enorm vereinfacht. Die Scharfstellung wird durch das angeschlossen Balgengerät realisiert. Derzeit findet ein Leica Elmar 90mm 1:2,8 Objektivkopf als Aufnahmeobjektiv Verwendung.

Die Kleinbildnegative werden nach der Entwicklung nicht geschnitten, da die Verarbeitung auf diese Weise wesentlich schneller erfolgen kann, als bei Negativstreifen oder Einzelnegativen. Die Negative werden auf der auf dem rechten Filmmaterialträger aufgespult und laufen über die Wechselplatte hin zu dem Filmmaterialträger auf der linken Seite.

Die Platten können zur entsprechend dem aufzunehmenden Format gewechselt werde. Derzeit sind Platten für Kleinbildnegativ, Kleinbildpositiv, Mittelformat 6x6 und eine Platte für Mittelformat „STITCH“ im Einsatz. Bei der Mittelformat STITCH Platte wird jedes beliebiges Mittelformat teilweise erfasst und im Nachgang von einer speziellen Software zu einem einzelnen Bild zusammengefügt. Ursprünglich wurde diese Platte für 6x17 gefertigt. Die Negative werden bei allen Wechselplatten über Glas geführt, um die Gefahr von Kratzer zu verhindern.. Bei den Kleinbildwechselplatten befindet sich weder unter noch über den Negativen Glas. Im Mittelformat ist das Glas durchgängig und befindet sich auch unter den Negativen, da eine Planlage sonst nicht zuverlässig erreicht werden könnte. Ein weiter Wechselrahmen erlaubt die stufnlose Verstellung des Aufnahmeausschnite mittels Maskenbändern von 0 bis 6x9.

Staub kann bei Bedarf mittels eine Static-Vac Film Cleaners SV-4400U von Kinetronics entfernt werden.

Da Staub bei der Digitalisierung von Filmmaterial immer ein besonderes Problem darstellt, kann über die Bedienelemete der Box ein Kompressor zugeschaltet werden, der Druckluft zur Reinigung erzugt.

















































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